Promotionsprojekte

Hier finden Sie eine Übersich über laufende und abgeschlossene Promotionsprojekte am Lehrstuhl

Exzessivität – Krisen – (Um-)Brüche
Eine rekonstruktive Analyse biografischer Transformationen im Kontext exzessiver Medienpraktiken Jugendlicher (Arbeitstitel; Zweitbetreuung)

  • Promovendin: Yvonne Bönninger (Universität zu Köln)

Abstract:

Das Dissertationsprojekt, das im Kontext des von der DFG geförderten Projekts „Exzessivität digitaler Praktiken in der späten Jugendphase“ entsteht, bewegt sich im Feld bildungstheoretisch orientierter Biografieforschung und beleuchtet das Phänomen aus einer medienpädagogischen Perspektive. Die rekonstruktive Arbeit fokussiert das gesamte digitale Medienrepertoire der Biografieträger:innen und untersucht mit Blick auf relationale Ansätze, wie menschliche und nicht-menschliche Akteure biografische Transformationen formen. Darüber hinaus wird analysiert, welche Rolle exzessive digitale Praktiken in Krisensituationen einnehmen und welche Faktoren zu einem Rückgang exzessiver Episoden beitragen. Neben biografischen Interviews werden Medientagebücher und visuelle Legetechniken in die Analyse einbezogen. Die Auswertung der multimodalen Daten erfolgt im Rahmen der Dokumentarischen Methode. 

"Stimme finden, Medien verstehen, Leben gestalten. Zur biografischen Wirksamkeit aktiver Medienarbeit am Beispiel Schulradio. Eine rekonstruktive Fallstudie auf Grundlage narrativ-biografischer Interviews" (Arbeitstitel)

  • Promovendin: Elke Dillmann

Abstract:

Das Dissertationsprojekt verortet sich in der Medienpädagogik und untersucht die biografische Wirksamkeit aktiver Medienarbeit in der Schule am Beispiel mehrjähriger Schulradio-Erfahrungen im Projekt „TurnOn“ des Bayerischen Rundfunks. Im Fokus steht die Fragestellung, wie ehemalige Teilnehmende diese medienpraktischen Erfahrungen retrospektiv deuten und welche Bedeutung sie ihnen für medienbezogene Bildungsprozesse, Subjektivierung und Agency zuschreiben.

Die Studie folgt einem qualitativ-rekonstruktiven, biografietheoretisch fundierten Forschungsansatz, der Medienhandeln als Teil narrativer Selbst- und Weltdeutung begreift. Empirische Grundlage sind narrativ-biografische Interviews, die mittels der Narrationsanalyse nach Schütze ausgewertet werden. Analysiert werden Deutungsmuster, biografische Verlaufskurven sowie Spannungsverhältnisse zwischen institutionellen Rahmungen und subjektiven Aneignungsprozessen.

"(Un-)Sichtbare Körper auf Instagram. Subjektivation und Medienbildung in sozio-medialen Praktiken Jugendlicher" (Arbeitstitel; Zweitbetreuung)

  • Promovend: Paul Petschner (Uni Koblenz)

Abstract:

Paul Petschner analysiert in seiner Dissertation den Prozess des Kuratierens und Veröffentlichens von Selbstbildern auf Instagram von jugendlichen Personen. Entgegen Annahmen einer monokausal-negativen Beeinflussung des Selbstbildes von Jugendlichen durch Instagram wird dabei eine differenzierte Perspektive eingenommen. Als omnipräsente Social Media Plattform einer Post-Digitalen Kultur ist Instagram ein konstitutiver Teil der diskursiven Aushandlung von normierten Körperbildern. Die Plattform evoziert anerkennungsorientierte Selbstthematisierungen, die soziotechnisch valorisiert werden.

Im Dissertationsprojekt werden entlang der Methode einer dokumentarischen Subjektivierungsforschung jugendliche User:innen beim Kuratieren von Instagram-Beiträgen ethnografisch begleitet. Die Studie rekonstruiert Passungs-, Spannungs- und Aneignungsverhältnisse zwischen normierten Subjektidealen, imaginierten Selbstbildern und plattformspezifischer Sichtbarkeit im Anfertigen und Veröffentlichen von Instagrambeiträgen.  Subjektivation bedeutet hier, mit dem eigenen Körper-Abbild auf Instagram sichtbar und handlungsmächtig zu werden, wobei in Spannungsverhältnissen eine Relevanz für Medienbildungsprozesse angenommen wird.

"Biografisches Erzählen in Videospielen und Comics: Eine struktural-transmediale Analyse der Tomb Raider Survivor-Storyworld" (Zweitbetreuung)

  • Promovendin: Josefa Much (Uni Rostock)
  • abgeschlossen: 2024

"Medienpraktiken und Subjektivierung am Beispiel von VR-Anwendungen an Erinnerungsorten“ (Zweitbetreuung)

  • Promovendin: Olga Neuberger (Ruhr-Uni-Bochum)
  • abgeschlossen: 2024

Abstract: 

Im Dissertationsprojekt wird der Einsatz von Virtual-Reality-Anwendungen am non-formalen Lernort Gedenkstätte untersucht. Über ein rein instrumentelles Verständnis hinaus werden die Interaktionen mit und im Medium betrachtet und hinsichtlich ihrer Bedeutung für Subjektivierung befragt. Unter Rückgriff auf ethnographische Methoden werden Medienpraktiken beschrieben sowie Anrufungen und (Selbst-)Positionierungen durch die Hardware und das Interface herausgearbeitet.

Ziel der Arbeit ist es, unter dem Dach der Situationsanalyse, einer poststrukturalistischen Weiterentwicklung der Grounded Theory Methodologie, das situative Handeln in und mit VR-Technologien in Lernkontexten zu verstehen. Damit soll exemplarisch das Verhältnis von Medien und Menschen empirisch erschlossen werden und ein Beitrag zum Verständnis des Zusammenhangs von Materialität, Medialität und Subjektivierung geleistet werden.

"Praktiken und Subjektivierungsweisen im Nachhaltigkeitsdispositiv der Maker-Bewegung" (Arbeitstitel)

  • Promovendin: Anna-Lena Brown (OVGU Magdeburg)

Letzte Änderung: 07.04.2026 -
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